Liebe kennt keine Handicaps

02.01.2018

Sigrid Langert und Volker Giesen sind seit 15 Jahren ein Liebespaar – und glücklich wie am ersten Tag.

Sigrid Langert und Volker Giesen

Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür. Sigrid Langert und Volker Giesen freuen sich – wie viele andere auch – auf die für sie schönste Zeit des Jahres. Denn diese beiden Feste sind für die beiden immer wieder ganz besondere Highlights. Sie feiern im Kreise ihrer Familien – und schlafen sogar gemeinsam unter einem Dach. Das ist nicht selbstverständlich, wohnen doch beide in unterschiedlichen Einrichtungen der Lebenshilfe Unterer Niederrhein. „Einen Weihnachtstag und Silvester feiern wir immer bei mir im Wohnheim“, erzählt Sigrid Langert voller Vorfreude. „Und am Jahreswechsel darf Volker sogar bei mir übernachten.“
Seit 15 Jahren sind die beiden nun schon ein Paar. Und sie meistern ihren Alltag gut, wenn auch nicht Seite an Seite. Sigrid Langert wohnt im Wohnheim Wesel Obrighoven und Volker Giesen in der Hausgemeinschaft Poppelbaumstraße in der Innenstadt. Dort fühlen sie sich zu Hause. Hier erhalten sie die optimale Unterstützung, die ihren individuellen Bedürfnissen und Bedarfen entspricht. Sigrid Langert und Volker Giesen arbeiten beide in der Werkstatt Am Schornacker, jedoch in unterschiedlichen Bereichen. Mit diesen räumlichen Trennungen haben sie sich bewundernswert arrangiert. So genießen sie ihre knappe gemeinsame Zeit, ihre festen Rituale, die sie zusammenschweißen.
Jeden Samstag trifft sich das Paar abwechselnd im Wohnheim oder in der Hausgemeinschaft. Dann verbringen sie den Tag gemeinsam und erledigen alltägliches wie Wäsche falten oder Essen vorbereiten wie jedes andere Paar auch. Aber es gibt auch eine Besonderheit, die vor Allem Volker sehr am Herzen liegt. Ihm ist es sehr wichtig, dass Sigrid, die überwiegend im Rollstuhl sitzt, konsequent ihre Laufübungen macht. „Da bestehe ich drauf. Wir üben regelmäßig und ich stütze Sigrid so gut ich kann“, berichtet er stolz. Besonders stolz sind beide auch darauf, dass sie sehr harmonisch miteinander umgehen und sich nur manchmal streiten. „Aber nur ganz selten“, ergänzt Sigrid Langert mit einem Augenzwinkern. Wenn die beiden Lust haben, gehen sie spazieren oder auch gerne mal zusammen Essen. Dabei muss es kein teures Restaurant sein. „Hauptsache es schmeckt uns beiden und wir kommen alleine dorthin“, erzählt Volker Giesen. Diese Selbständigkeit und die damit ver-bundene Zweisamkeit sind ihnen wichtig. Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit spiegelt sich auch beim Thema Restaurantrechnung wider. „Wir zahlen – ganz gerecht – immer abwechselnd“, sind sich beide absolut einig.
Sigrid Langert und Volker Giesen sind ein tolles Beispiel dafür, dass Liebe mit Handicap kein Hindernis ist. „Ich finde es großartig, wie sie die Herausforderungen ihrer besonderen Beziehung meistern“, erzählt Hannah Ptok, Leiterin der Hausgemeinschaft Poppelbaumstraße. „Sie sind glücklich, lieben die Normalität. Und sie organisie-ren ihre Besuche weitestgehend selbständig.“ Für die beiden Verliebten ist auf jeden Fall klar, dass sie weiter gemeinsam durchs Leben gehen möchten.

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