Als „Bufdi“ in ein neues Leben

25.07.2018

Seit einem halben Jahr arbeitet Mosharof Hossin aus Bangladesch im Bundesfreiwilligendienst in der Lebenshilfe Werkstatt am Schornacker.

Flüchtling im BFD

Mosharof Hossin aus Bangladesch hat einen großen Traum: Er möchte Koch werden. Jetzt hat er zum ersten Mal die Möglichkeit, in einer Großküche mitzuarbeiten und die speziellen Anforderungen an Service, Qualität und Hygiene kennenzulernen. Seit sechs Monaten unterstützt er das Küchenteam in der Lebenshilfe Werkstatt am Schornacker. „Ich bin glücklich über diese Chance“, freut sich Mosharaf Hossin, der sich mittlerweile schon gut auf Deutsch verständigen kann.

Mosharof Hossin ist der erste Flüchtling, den Werkstattleiter Gabriel Trandafir beschäftigt. Dank eines speziellen Programms kann er als Asylbewerber mit „guter Bleibeperspektive“ in Deutschland den Bundesfreiwilligendienst (BFD) absolvieren. Für Mosharaf Hossin eine gute Gelegenheit, mehr Erfahrungen in einer Großküche zu sammeln und seine Deutschkenntnisse weiter zu verbessern. Den Kontakt zur Lebenshilfe stellte das CjD BerufsFörderungsZentrum Wesel für ihn her. Hier hat Mosharof Hossin bereits an einem Bildungsprojekt teilgenommen, das junge Flüchtlinge auf die Arbeitswelt vorbereitet. „Mosharof Hossin ist sehr fleißig“, weiß Gabriel Trandafir. „Er würde sogar – wenn es möglich wäre – ohne Bezahlung bei uns arbeiten, so motiviert ist er. Im Anschluss an den BFD wünscht er einen Ausbildungsplatz als Koch. „Ich möchte wirklich gerne arbeiten“, betont der Bangladescher. „Zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf“.

Sein zu Hause ist jetzt Schermbeck. Hier ist er – angetrieben von der Perspektivlosigkeit in seinem Heimatland Bangladesch – nach einer mehrmonatigen Odyssee über Pakistan, Indien, Irak, Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich gelandet. Seine kranke Mutter musste er dabei zurück lassen. „Sie ist sehr schwach“, erzählt er. „Die Reise hätte sie nicht geschafft.“ Diese schmerzliche Entscheidung und die Strapazen der langen Reise mit einem stetigen Gefühl der Heimatlosigkeit haben Mosharof Hossin gezeichnet. Doch sein Wille nach Eigenständigkeit, sein Wunsch zu arbeiten und seine Vision von einer Ausbildung in Deutschland haben ihm geholfen, den schweren Weg weiter zu gehen. Er blickt nach vorne und nimmt jede Möglichkeit der beruflichen Schulung dankend an. Momentan teilt er sich mit sechs weiteren Bangladeschern eine Wohnung. „Mit sechs Mann in einer Wohnung ist es schon sehr eng“, berichtet Mosharof Hossin. „Da bin ich froh, dass ich jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit fahren und mit Menschen zusammen arbeiten kann.“

Und in der Werkstatt fühlt er sich wohl. Die Mitarbeiter schätzen und unterstützen ihn. Sie machen keine Unterschiede. Nicht zuletzt deshalb fällt es kaum auf, dass Mosharof Hossin selber mit einem Handicap lebt. Von Geburt an hat er eine Fehlbildung an der rechten Hand. Doch damit hat er sich bewundernswert arrangiert. „Sein Einsatz kommt von Herzen“, bestätigt Gabriel Trandafir. „Mit seiner Einstellung und seinem Engagement erledigt Mosharof Hossin nahezu alle Arbeiten, die in der Küche anfallen, selbständig.“

Einen Ausbildungsplatz zum Koch hat Mosharof Hossin noch nicht gefunden. Aus diesem Grund wird er sehr wahrscheinlich seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Lebenshilfe noch bis Ende des Jahres verlängern. „Wir wünschen ihm aber das Glück des Tüchtigen und hoffen, dass er im neuen Jahr seinen Traum verwirklichen kann“, drücken Gabriel Trandafir und sein Team ihm bei der Suche die Daumen.

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