Der Klang von Inklusion

13.03.2018

Der Spaß am gemeinsamen Singen verbindet Kerstin Donner und den Weseler Singkreis „Sing & Pray“ schon seit zwei Jahren.

Kerstin Donner und Carsten Wasielewski

„Oh Happy Day“ – viel Lebensfreude klingt mit, wenn der Singkreis „Sing & Pray“ der evangelischen Freikirche in Wesel seine Lieder anstimmt. Einmal im Monat treffen sich die rund 20 Singfreunde, um gemeinsam zu singen und zu beten. Mitten unter ihnen: Kerstin Donner. „Ich singe schon mein ganzes Leben. Singen ist mein Leben“, sagt sie und strahlt über das ganze Gesicht.

Die 54-jährige lebt im Lebenshilfe Wohnheim Obrighoven und arbeitet in der Werkstatt am Schornacker. In ihrer Freizeit steht Singen auf dem Programm, wann immer es geht. So wundert es nicht, dass auch die medizinischen Fußpflege-Sitzungen im Wohnheim zu einer Gesangstunde umfunktioniert werden – denn Kerstin Donner ist mit ihrer Freude am Gesang nicht alleine. Unterstützt wird die kleine Gruppe von Carsten Wasielewski. Der examinierte Fachkrankenpfleger und medizinische Fußpfleger kommt jede Woche und singt mit den Bewohnern während seiner Behandlung. Über ihn kam auch der Kontakt zum Singkreis zustande. Dem Mitglied der evangelischen Freikirche ist „Kerstins schöne Stimme sofort aufgefallen“. Kurzerhand hat er sie – in Abstimmung mit Doris Schechner, Leiterin des Wohnheims Wesel Obrighoven – eingeladen, an den Singabenden seiner Gemeinde teilzunehmen. Das war vor zwei Jahren. „Kerstin wurde von allen Singfreunden von Anfang an herzlich aufgenommen“, freut sich Carsten Wasielewski. „Seitdem ist sie voll integriert in die Gruppe und wird sogar vermisst, wenn sie mal nicht da ist.“

Dieses Gefühl der Zugehörigkeit bestätigt auch Kerstin Donner: „Ich fühle mich dort sehr wohl. Alle sind sehr nett, mögen meine Stimme und unterstützen mich.“ So werden beispielsweise die Liedtexte an die Wand projiziert, was das Mitsingen für Kerstin sehr vereinfacht, da sie lesen kann. Oder man begleitet sie zum Taxi und hilft beim Ein- und Aussteigen. „Es sind Kleinigkeiten“, bestätigt auch Doris Schechner. „Aber sie zeigen, wie einfach Inklusion sein kann und wie einfach man Menschen damit glücklich machen kann.“ Und glücklich ist Kerstin Donner auf jeden Fall, wenn sie singen kann – immer, überall. Aber am meisten, wenn sie dabei in Gemeinschaft ist.

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