„Viel wichtiger sind die Fähigkeiten“

08.11.2017

Dank eines einzigartigen Inklusionsprojektes der Xantener Werft unterstützen Carmen Hofmeister und Ramona Hövelmans von der Lebenshilfe,während ihres Praktikums tatkräftig die Rekonstruktion römischer Schiffe.

Carmen Hofmeister (li) und Ramona Hövelmans

In der Werft am LVR-Archäologischen Parks in Xanten herrscht geschäftiges Treiben. Hier wird am gigantischen Schiffrumpf der Minerva Tritonia - dem aktuellen Schiffsbauprojekt des Parks - gesägt, gebohrt und gehämmert. Mittendrin: Carmen Hofmeister. Eben noch hat sie letzte Hobelarbeiten an den Holzplanken vorgenommen, jetzt springt sie freudestrahlend vom Podest hinunter und begutachtet „ihr Werk“. Carmen Hofmeister ist eine von zehn Akteuren mit und ohne Handicap aus dem Team von Schiffsbaumeister Kees Sars.

„Die Einschränkungen meiner Mitarbeiter sehe ich nicht“, sagt Kees Sars. „Viel wichtiger sind ihre Fähigkeiten.“ Denn in den jungen Menschen, die hier in Langzeitpraktika die Grundlagen der Holzverarbeitung erlernen, schlummern viele Talente. Dazu gehört auch Carmen Hofmeister. Die 33-Jährige absolviert derzeit ein sechswöchiges Praktikum in der Werft und hatte zuvor noch keine Berührungspunkte mit dem Holzhandwerk. „Ich bin glücklich über diese Chance hier“, erzählt sie begeistert. „Ich habe in kurzer Zeit bereits so viel gelernt. Die Arbeit macht mir viel Spaß und ich bin traurig, dass mein Praktikum bald vorbei ist. Ich würde gerne weiter hier arbeiten.“

„Genau das ist die Intention und die Langzeitperspektive dieses Projektes“ weiß Dr. Gabriele Schmidhuber-Aspöck, Wissenschaftliche Projektleiterin. In Kooperation mit dem LVR-Integrationsamt wird neben den Langzeitpraktika seit September 2017 auch eine betriebliche Ausbildung zum „Fachpraktiker für Holzverarbeitung“ angeboten. Diese ist theoriereduziert, das heißt praxisnäher gestaltet als “normale“ Ausbildungen. „Da langfristig die Rekonstruktion und Ausstellung aller Schiffstypen der römischen Rheinflotte geplant ist, können wir hier Jugendlichen die Aussicht auf ihren Traumjob bieten“, freuen sich Kees Sars und Dr. Gabriele Schmidhuber-Aspöck gemeinsam.

Und genau darauf hofft auch Carmen Hofmeister. Sie wünscht sich dauerhaft in der Werft Fuß fassen zu können, zunächst als Mitarbeiterin auf einem betriebsintegrierten Arbeitsplatz (BiAP) der Lebenshilfe Unterer Niederrhein. „Bei diesem Modell bleiben die Mitarbeiter bei der Lebenshilfe angestellt, sammeln aber Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt“, erklärt Hans Wewering, Beauftragter für Integration bei der Lebenshilfe.

Und die Chancen stehen gut für Carmen Hofmeister. „Carmen ist sehr motiviert und fleißig. Ich würde mich freuen, wenn sie nach der Winterpause wieder zu unserem Team gehört“, blickt Kees Sars in die Zukunft. Jetzt unterstützt sie erstmal bei der Rekonstruierung der Minerva Tritonia, deren Fertigstellung bis Dezember 2017 geplant ist. Als zweite Mitarbeiterin der Lebenshilfe hat Ramona Hövelmans jetzt ihr Praktikum gestartet. In einigen Wochen zeigt sich, ob auch ihr diese Arbeiten zusagen.

© 2019 Lebenshilfe Unterer Niederrhein - Groiner Allee 10, 46459 Rees - Tel.: 02851 920-0, Fax: 02851 920-146, E-Mail: info@lebenshilfe-rees.de // Impressum // Datenschutzerklärung
Kontakt zum Beauftragten für Medizinprodukte: mps-beauftragter@lebenshilfe-rees.de

              
        
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen