Jedes Bild eine Geschichte

07.12.2017

Die Besucher der Lebenshilfe Tagesstruktur nutzen Kunst, um ihren Ansichten und Gefühlen einen Ausdruck zu verleihen. Diese vielseitigen Werke gibt es jetzt in Emmerich zu bewundern.

Präsentieren mit der Ausstellung „den Schlüssel zum Herzen“: (v.li.) Dr. Werner Regel, Ute André, Natascha Matuszewski, Ilona Szwodba, Ursula Krüger und Christina Henze

Kunstwerke erzählen oftmals Geschichten, das weiß Christina Henze von der Tagesstruktur in Rees-Groin nur zu genau. Mit den Besuchern des Angebotes der Lebenshilfe Unterer Niederrhein kreieren sie und ihr Team regelmäßig freischaffende Exponate, die losgelöst sind von jeglichen Form- und Genredrang. „Für die Menschen mit Handicap ist das ein Schlüssel zum Herzen“, sagt Christina Henze. Was dieses Angebot für eine Vielfalt bietet, präsentiert die Tagesstruktur ab sofort in einer öffentlichen Ausstellung in der orthopädischen Praxis von Dr. Werner Regel am St. Willibrord Spital in Emmerich. Über 20 Exponate zieren den Flur. Über jedes weiß Christina Henze selbst eine Geschichte zu erzählen. Denn die Kunstwerke sind oftmals Gemeinschaftsprojekte – wie das „Schubladen-Bild“. „Hier haben wir ein Kunstwerk aus Dingen erstellt, die in der Schublade zu finden sind“, erklärt Henze. Da fand sich allerhand, wie eine Kirmesrose, Schrauben und ein Plastikfrosch. Alles angeordnet zu einem Herzen, was die enge Verbindung zwischen Künstler und Kunstwerk verdeutlichen soll.


Bei einem anderen Exponat zeigte der Künstler erst wenig Interesse an dieser Art der Beschäftigung. „Wir haben ihn gefragt“, so Henze, „ob er nicht bei einzelnen Elementen helfen möchte, zum Beispiel beim Ausmalen.“ Das habe er bereitwillig gemacht. Am Ende entstand dadurch eine Stadt bei Nacht. „Der Tagesstruktur-Besucher hielt das für ein Wunder, dabei war es doch sein eigenes Werk“, berichtet Christina Henze begeistert. Das Interesse an Kunst lasse ihn seither nicht mehr los. Menschen mit geistigem Handicap sind eng mit ihrem Umfeld und ihrer Umgebung verbunden. Gerade nach einem langen und erfüllten Arbeitsleben ist es eine besondere Herausforderung, ihnen danach auch weiterhin Halt und Betreuung mit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung zu geben. Die bietet ihnen die Tagesstruktur im Lebenshilfe Wohnheim in Rees- Groin. „Kunst ist dabei ein wichtiger Faktor, mit dem sie ihren Gefühlen und Ansichten eine Form geben“, sagt Christina Henze. Im Laufe der Zeit sind dabei – oft spontan – ganz individuelle Werke mit unterschiedlichen Kunsttechniken entstanden. Das Team der Tagesstruktur bietet dabei individuelle Möglichkeiten und berücksichtigt die Bedürfnisse jedes Einzelnen. So wie
jeder kann und möchte. Kunst ist kein Muss. Für die Ausstellung erhielten sie Unterstützung von Dr. Werner Regel, der schon seit vielen Jahren der Lebenshilfe Unterer Niederrhein in Absprache mit dem Willibrord-Spital Ausstellungsfläche für Kunstwerke von Menschen mit und ohne Handicap zur Verfügung stellt. Interessierte können die Ausstellung bis April besichtigen (Adresse: Lilienstraße 4, 46446 Emmerich am Rhein).

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